Segelyacht Bavaria 46 Exclusive – 1999

Unser Motto bleibt gleich: Die Geschwindigkeit ist egal. Vorwärts ist vorwärts!…aber jetzt mit mehr Platz!

Wer bitte braucht 46 Fuß? – Sind wir jetzt völlig größenwahnsinnig?

Wie so oft saßen Caro und ich irgendwann zusammen und sprachen darüber, was wir eigentlich machen wollen, wenn wir irgendwann in Rente gehen – was leider noch viel länger dauert, als uns lieb ist.

Unser Plan steht schließlich schon länger: Irgendwann möchten wir nicht mehr nur ein paar Wochen Urlaub auf unserem Boot verbringen, sondern tatsächlich darauf leben. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

Zumindest ist das der Plan. Und wie das mit Plänen so ist, kommen irgendwann die ersten Fragen.

Unsere Bavaria 32 war für unsere Urlaube eigentlich ein tolles Boot. Wir hatten ausreichend Platz, kannten mittlerweile jede Ecke und fühlten uns auf unserer kleinen Sueños richtig wohl. Aber reicht eine Bavaria 32 mit ihren 32 Fuß auch dann noch, wenn aus ein paar Wochen Urlaub irgendwann ein ganzes Jahr wird?

Wenn das Boot nicht mehr nur Urlaubsort, sondern tatsächlich unser Zuhause ist?

Reichen 32 Fuß zum Leben auf dem Boot?

Je länger wir darüber nachdachten, desto mehr kamen Zweifel auf. Im Sommerurlaub ist vieles kein Problem. Man lebt ohnehin hauptsächlich draußen, braucht nicht den halben Hausstand und wenn irgendwo eine Tasche herumsteht, dann steht sie eben da.

Aber dauerhaft?

Wir würden Stauraum brauchen, einen vernünftigen Platz zum Kochen, Platz für Technik und Ersatzteile und vielleicht auch einen Bereich, in den man sich mal zurückziehen kann. Und wenn man wirklich das ganze Jahr auf dem Boot lebt, gibt es schließlich auch Tage, an denen draußen nicht gerade 28 Grad, Sonnenschein und spiegelglattes Wasser warten.

Also entstand nach unserem Sommerurlaub eine Idee: Wir schauen uns einfach mal nach einem etwas größeren Boot um.

Ganz unverbindlich natürlich.

„Nur mal schauen“ …

Wer uns beziehungsweise unsere bisherigen Bootsgeschichten kennt, ahnt vermutlich schon, dass „nur mal schauen“ bei uns eine gewisse Eigendynamik entwickeln kann.

Also begannen wir, die einschlägigen Bootsportale zu durchforsten. Unsere Anforderungen waren eigentlich gar nicht so außergewöhnlich: etwas größer als unsere Bavaria 32, vernünftig ausgestattet, ausreichend Platz für zwei Personen und natürlich in einem finanziellen Rahmen, bei dem man nicht sofort Schnappatmung bekommt.

Sollte doch zu finden sein.

Dachten wir.

Relativ schnell mussten wir feststellen, dass die Suche nach dem passenden Boot deutlich schwieriger werden würde als erwartet.

Wir gaben sogar Charteryachten eine Chance

In den folgenden Wochen schauten wir uns einige Boote an. Mal passte die Aufteilung nicht, mal der Zustand. Mal sprang einfach der berühmte Funke nicht über – und manchmal passte vor allem der Preis nicht zu dem, was da vor uns lag.

Irgendwann erweiterten wir unsere Suche sogar auf ehemalige Charteryachten. Warum auch nicht? Die Boote werden regelmäßig gewartet, sind meist ordentlich ausgestattet und preislich teilweise durchaus interessant.

Zumindest in der Theorie.

In der Praxis stellte sich diese Idee für uns ziemlich schnell als Fehler heraus. Natürlich kann man nicht jede ehemalige Charteryacht über einen Kamm scheren, aber das, was wir uns anschauten, hatte teilweise doch deutlich mehr erlebt, als wir uns für unser zukünftiges Boot vorgestellt hatten.

Und so blieb von diesen Besichtigungen vor allem eines hängen: Frust.

Vielleicht waren unsere Vorstellungen einfach zu hoch. Vielleicht suchten wir nach etwas, das es in dieser Kombination gar nicht gab. Und vielleicht war unsere Bavaria 32 am Ende doch gar nicht so klein?

Also ging es eine ganze Weile hin und her.

Bis – mal wieder – Caro kam.

„Du, ich habe da ein Boot gefunden …“

Diesen Satz kannte ich bereits. Irgendwie hatten bei uns schon einige Bootsgeschichten genau so angefangen.

Caro hatte beim Durchstöbern der Anzeigen ein Boot entdeckt, das zunächst eigentlich überhaupt nicht in unser Suchraster passte. Schon auf den Bildern war allerdings einiges dabei, was uns sofort gefiel: eine riesige Eignerkabine im Bug, ein großer, offener Salon und eine richtig schöne Pantry, bei der man sich durchaus vorstellen konnte, nicht nur im Urlaub ein paar Nudeln zu kochen.

Dazu zwei Bäder und noch einmal zwei separate Kabinen im Heck.

Platz ohne Ende.

Wir klickten uns durch die Bilder, noch einmal von vorne und wahrscheinlich auch noch ein drittes Mal. Irgendwie hatte dieses Boot etwas.

Es wirkte nicht einfach nur größer als unsere Bavaria 32. Die ganze Aufteilung fühlte sich plötzlich nach etwas an, auf dem man tatsächlich längere Zeit leben könnte – eigentlich ziemlich genau das, wonach wir gesucht hatten.

Es gab nur ein kleines Problem.

Wer braucht bitte 46 Fuß?

46 Fuß – knapp 15 Meter Segelboot.

Für zwei Personen.

Wer braucht denn bitte so etwas?

Wir wollten schließlich ein etwas größeres Boot und keinen schwimmenden Wohnblock.

Andererseits … eine große Eignerkabine wäre schon schön. Zwei Bäder sind vielleicht auch nicht völlig übertrieben, die große Pantry hatte definitiv etwas und Platz kann man ja bekanntlich nie genug haben.

Plötzlich waren 46 Fuß vielleicht gar nicht mehr ganz so absurd.

Also schauten wir uns die Anzeige noch einmal an. Und aus einem „Wer braucht bitte 46 Fuß?“ wurde langsam ein „Na ja … anschauen könnte man sie sich ja mal.“

Und wer unsere bisherigen Bootsgeschichten kennt, weiß vermutlich:

Das ist bei uns meistens der Moment, in dem aus einer Idee langsam ein Plan wird …

… und dann kaufe ich unser neues Segelboot – ausgerechnet am Hochzeitstag

Nach all den Überlegungen, Besichtigungen und der Frage, ob wir mit 46 Fuß vielleicht doch ein wenig größenwahnsinnig geworden sind, war irgendwann klar: Wir mussten uns dieses Boot einfach ansehen.

Also machte ich mich auf den Weg. Dieses Mal allerdings ohne Caro, denn sie konnte leider nicht mitkommen.

Nicht unbedingt die optimale Besetzung, wenn man sich ein Boot anschaut, auf dem man irgendwann gemeinsam 365 Tage im Jahr leben möchte.

Aber gut – anschauen kann man ja mal.

Dachten wir zumindest.

Der 13. Dezember 2025

Nach einer ausgiebigen Besichtigung und einem ziemlich genauen Blick in möglichst viele Ecken der Bavaria wurde aus dem anfänglichen Interesse allerdings ziemlich schnell Begeisterung.

Die große Eignerkabine, der offene Salon, die Pantry, zwei Bäder und die beiden Heckkabinen – genau die Dinge, die uns schon auf den Bildern so gut gefallen hatten, überzeugten auch in natura.

Natürlich gab es bei einem Boot aus dem Jahr 1999 auch Dinge, die gemacht werden mussten. Aber die Basis stimmte und vor allem hatten wir das Gefühl, dass genau diese Bavaria ziemlich gut zu unseren Plänen passen könnte.

Und irgendwann kam dann dieser Moment, an dem aus „Ich schaue sie mir erst einmal an“ eine Entscheidung wurde.

Ich kaufte das Boot.

Alleine.

Am 13. Dezember 2025.

Unserem Hochzeitstag.

Ein Segelboot zum Hochzeitstag

Andere schenken ihrer Frau zum Hochzeitstag vielleicht Blumen, Schmuck oder gehen schön essen.

Bei uns wurde es dieses Mal eben eine Bavaria 46.

Wobei ich fairerweise erwähnen sollte, dass Caro bei diesem ganz besonderen „Hochzeitstagsgeschenk“ durchaus ein gewisses Mitspracherecht hatte. Schließlich war sie es wieder einmal gewesen, die das Boot überhaupt entdeckt hatte.

Trotzdem ist die Vorstellung schon ein bisschen verrückt: Morgens gehörte uns noch unsere „kleine“ Sueños – und am Ende des Tages hatten wir plötzlich ein knapp 15 Meter langes Segelboot gekauft.

Damit war aus unserer eigentlich ganz harmlosen Frage, ob 32 Fuß für unser späteres Leben an Bord vielleicht etwas zu klein sein könnten, endgültig ein neues Kapitel geworden.

Und eines war damit ebenfalls klar:

Unsere Sueños war plötzlich ziemlich gewachsen.

Was wir uns da genau angelacht haben, warum es ausgerechnet eine Bavaria 46 von 1999 geworden ist und was wir mit unserer neuen Sueños noch alles vorhaben, erzählen wir natürlich noch ausführlich.

Denn bis wir irgendwann tatsächlich dauerhaft an Bord ziehen können, gibt es noch einiges zu tun.

Und wie wir uns kennen, wahrscheinlich ein bisschen mehr als ursprünglich geplant …