Das kleinste Apartment mit dem größten Ausblick


Während der ganzen Kauf- und Verkaufsphase unserer Boote hatten wir mittlerweile in so einigen Apartments rund um Novigrad übernachtet. Da unsere Umbauarbeiten auf der neuen Sueños noch nicht ganz so weit waren, dass wir dort auch schon schlafen wollten, brauchten wir für die letzten drei Nächte noch einmal eine Unterkunft.
Und diese sollte sich als eine der wohl speziellsten herausstellen, die wir bisher hatten.
Das Apartment lag mitten in der Fußgängerzone von Novigrad, ganz oben im dritten Stock. Es war winzig klein, unter den Dachschrägen konnte man teilweise kaum richtig stehen und sonderlich viel Platz gab es auch nicht.
Aber dann öffnete man die Dachfenster.
Und plötzlich war die Größe des Apartments eigentlich völlig egal.
Direkt vor uns lag die Bucht von Novigrad und wir hatten von dort oben einen wirklich spektakulären Blick über die Dächer bis hinaus aufs Wasser. Gerade am Abend war das schon etwas Besonderes – und irgendwie hatte diese kleine Dachkammer dadurch ihren ganz eigenen Charme.
38 Grad, Bootsarbeit und dann noch drei Stockwerke
Ganz so romantisch war es allerdings nicht immer.
Die Lage mitten in der Fußgängerzone bedeutete natürlich auch, dass wir nicht einfach mit dem Auto bis vor die Haustür fahren konnten. Schon die Anreise mit unserem ganzen Kram war entsprechend etwas beschwerlicher.
Noch besser wurde es nach einem langen Tag auf dem Boot: Bei teilweise 38 Grad kamen wir völlig erledigt von unseren Umbauarbeiten aus der Marina zurück und wussten genau, was jetzt noch auf uns wartete.
Drei Stockwerke.
Zu Fuß.
Und ganz ehrlich: Auf diesen Treppen haben wir mehr als einmal darüber geschimpft, warum wir uns ausgerechnet dieses Apartment ausgesucht hatten.
Oben angekommen änderte sich die Meinung dann meistens wieder ziemlich schnell. Dachfenster auf, Blick über die Bucht – und alles war nur noch halb so schlimm.
Und zum Glück gab es eine Klimaanlage.
Ohne die wäre unsere Begeisterung für das „kleinste Apartment mit dem größten Ausblick“ bei 38 Grad vermutlich deutlich überschaubarer ausgefallen.
Letztendlich waren wir ohnehin fast nur zum Schlafen dort. Tagsüber wartete unsere Sueños in der Marina und es gab mehr als genug zu tun.
Trotz der Schlepperei, der vielen Treppen, der Dachschrägen und unserer gelegentlichen Flüche würden wir dieses kleine Apartment wahrscheinlich tatsächlich noch einmal buchen.
Allein für diesen Ausblick.