KMV 2100 – Herkunft und Technik
Manche Boote kauft man, fährt sie und kennt ihre Geschichte ziemlich genau. Bei unserer KMV 2100 war das ein bisschen anders. Je mehr wir uns mit ihr beschäftigten, desto interessanter wurde die Frage, woher dieses eher seltene norwegische Motorboot eigentlich stammt.
Ein Norweger mit Geschichte
Die KMV 2100 wurde von KMV Boats A/S in Søgne, Norwegen, gebaut. In norwegischen Bootsunterlagen wird das Modell mit einer Rumpflänge von 6,32 Metern und einer Breite von 2,44 Metern geführt. Interessant ist dabei vor allem die Verbindung zu Fjord: In den Unterlagen findet sich auch die Bezeichnung „KMV 2100/Fjord 630 SP“.
Als Konstrukteur der KMV 2100 wird in skandinavischen Bootsverzeichnissen Eivind Amble genannt. Das Konzept war für ein Boot dieser Größe durchaus bemerkenswert: GFK-Rumpf, kleine Kajüte, Pantry, Toilette und Schlafmöglichkeiten – ziemlich viel Boot auf gut sechs Metern.
Und genau das war später auch einer der Punkte, die uns an unserer KMV gefielen: Außen kompakt, innen erstaunlich viel Platz.
KMV, Fjord – und ein zweites Leben
Mit dem Ende von KMV war auch die Geschichte der Konstruktion noch nicht vorbei. Das norwegische Båtmagasinet berichtete 1997, dass Formen und Rechte der 21-, 23- und 25-Fuß-Modelle übernommen wurden. Auf Grundlage der KMV 2100 entstand später die Norway Yachts 210.
Unsere kleine Norwegerin hatte also durchaus eine interessante Familiengeschichte.
Unsere KMV 2100
Unsere KMV stammt aus dem Jahr 1994 und hatte in ihrem Leben offenbar schon einiges erlebt. Nach einem Motorschaden wurde der ursprüngliche Motor durch einen 5,7-Liter-V8 von Michigan Motorz ersetzt.
Ganz einfach scheint der Umbau allerdings nicht gewesen zu sein. Auf dem Austauschmotor saß ein Edelbrock-Vergaser, für den eine passende Ansaugbrücke benötigt wurde. Dabei ging es nicht nur darum, Vergaser und Motor zusammenzubringen: Die gesamte Konstruktion musste auch flach genug bleiben, damit der V8 anschließend noch unter die Motorraumabdeckung der KMV passte.
Welche Ansaugbrücke damals genau verbaut wurde und wie der Motor im Detail aufgebaut war, lässt sich heute leider nicht mehr nachvollziehen. Bekannt sind uns aber die Eckdaten:
Baujahr: 1994
Länge: 6,32 m
Breite: 2,44 m
Motor: Michigan Motorz 5,7 l V8
Vergaser: Edelbrock
Leistung: 315 PS / 233 kW
Damit war unsere KMV jedenfalls alles andere als untermotorisiert.
315 PS auf 6,32 Metern Boot sorgten dafür, dass die rechte Hand am Gashebel durchaus Einfluss darauf hatte, wie schnell die Landschaft vorbeizog.
Klein war sie eigentlich nur auf dem Papier
Mit 6,32 Metern war die KMV kein großes Boot. Trotzdem bot sie erstaunlich viel Platz und Komfort und war für uns nach der Glastron ein gewaltiger Schritt nach vorne.
Mehr Platz, mehr Möglichkeiten und ein V8 im Heck – damals ziemlich genau das, was wir uns von unserem nächsten Boot erhofft hatten.
Dass uns der Weg einige Jahre später ausgerechnet vom kräftigen V8 zum Segelboot führen würde, hätten wir zu diesem Zeitpunkt vermutlich selbst nicht geglaubt.


